Inter­na­tio­na­ler Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te

Flagge der Vereinten Nationen

vom 16. Dezem­ber 1966

Prä­am­bel

DIE VERTRAGSSTAATEN DIESES PAKTES,
IN DER ERWÄGUNG,
dass nach den in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ver­kün­de­ten Grund­sät­zen die Aner­ken­nung der allen Mit­glie­dern der mensch­li­chen Gesell­schaft inne­woh­nen­den Wür­de und der Gleich­heit und Unver­äu­ßer­lich­keit ihrer Rech­te die Grund­la­ge von Frei­heit, Gerech­tig­keit und Frie­den in der Welt bil­det,

IN DER ERKENNTNIS,
dass sich die­se Rech­te aus der dem Men­schen inne­woh­nen­den Wür­de her­lei­ten,

IN DER ERKENNTNIS,
dass nach der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te das Ide­al vom frei­en Men­schen, der bür­ger­li­che und poli­ti­sche Frei­heit genießt und frei von Furcht und Not lebt, nur ver­wirk­licht wer­den kann, wenn Ver­hält­nis­se geschaf­fen wer­den, in denen jeder sei­ne bür­ger­li­chen und poli­ti­schen Rech­te eben­so wie sei­ne wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Rech­te genie­ßen kann,

IN DER ERWÄGUNG,
dass die Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen die Staa­ten ver­pflich­tet, die all­ge­mei­ne und wirk­sa­me Ach­tung der Rech­te und Frei­hei­ten des Men­schen zu för­dern,

IM HINBLICK DARAUF,
dass der ein­zel­ne gegen­über sei­nen Mit­men­schen und der Gemein­schaft, der er ange­hört, Pflich­ten hat und gehal­ten ist, für die För­de­rung und Ach­tung der in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­te ein­zu­tre­ten,

VEREINBAREN
fol­gen­de Arti­kel:

Teil I

Arti­kel 1

(1) Alle Völ­ker haben das Recht auf Selbst­be­stim­mung. Kraft die­ses Rechts ent­schei­den sie frei über ihren poli­ti­schen Sta­tus und gestal­ten in Frei­heit ihre wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Ent­wick­lung.

(2) Alle Völ­ker kön­nen für ihre eige­nen Zwe­cke frei über ihre natür­li­chen Reich­tü­mer und Mit­tel ver­fü­gen, unbe­scha­det aller Ver­pflich­tun­gen, die aus der inter­na­tio­na­len wirt­schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit auf der Grund­la­ge des gegen­sei­ti­gen Woh­les sowie aus dem Völ­ker­recht erwach­sen. In kei­nem Fall darf ein Volk sei­ner eige­nen Exis­tenz­mit­tel beraubt wer­den.

(3) Die Ver­trags­staa­ten, ein­schließ­lich der Staa­ten, die für die Ver­wal­tung von Gebie­ten ohne Selbst­re­gie­rung und von Treu­hand gebie­ten ver­ant­wort­lich sind, haben ent­spre­chend den Bestim­mun­gen der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen die Ver­wirk­li­chung des Rechts auf Selbst­be­stim­mung zu för­dern und die­ses Recht zu ach­ten.

Teil II

Arti­kel 2

(1) Jeder Ver­trags­staat ver­pflich­tet sich, die in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­te zu ach­ten und sie allen in sei­nem Gebiet befind­li­chen und sei­ner Herr­schafts­ge­walt unter­ste­hen­den Per­so­nen ohne Unter­schied wie ins­be­son­de­re der Ras­se, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Spra­che, der Reli­gi­on, der poli­ti­schen oder sons­ti­gen Anschau­ung, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, des Ver­mö­gens, der Geburt oder des sons­ti­gen Sta­tus zu gewähr­leis­ten.

(2) Jeder Ver­trags­staat ver­pflich­tet sich, im Ein­klang mit sei­nem ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ver­fah­ren und mit den Bestim­mun­gen die­ses Pak­tes die erfor­der­li­chen Schrit­te zu unter­neh­men, um die gesetz­ge­be­ri­schen oder sons­ti­gen Vor­keh­run­gen zu tref­fen, die not­wen­dig sind, um den in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­ten Wirk­sam­keit zu ver­lei­hen, soweit sol­che Vor­keh­run­gen nicht bereits getrof­fen wor­den sind.

(3) Jeder Ver­trags­staat ver­pflich­tet sich,

  1. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass jeder, der in sei­nen in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­ten oder Frei­hei­ten ver­letzt wor­den ist, das Recht hat, eine wirk­sa­me Beschwer­de ein­zu­le­gen, selbst wenn die Ver­let­zung von Per­so­nen began­gen wor­den ist, die in amt­li­cher Eigen­schaft gehan­delt haben;
  2. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass jeder, der eine sol­che Beschwer­de erhebt, sein Recht durch das zustän­di­ge Gerichts‑, Ver­wal­tungs- oder Gesetz­ge­bungs­or­gan oder durch eine ande­re, nach den Rechts­vor­schrif­ten des Staa­tes zustän­di­ge Stel­le fest­stel­len las­sen kann, und den gericht­li­chen Rechts­schutz aus­zu­bau­en;
  3. dafür Sor­ge zu tra­gen, dass die zustän­di­gen Stel­len Beschwer­den, denen statt­ge­ge­ben wur­de, Gel­tung ver­schaf­fen.

Arti­kel 3

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau bei der Aus­übung aller in die­sem Pakt fest­ge­leg­ten bür­ger­li­chen und poli­ti­schen Rech­te sicher­zu­stel­len.

Arti­kel 4

(1) Im Fal­le eines öffent­li­chen Not­stan­des, der das Leben der Nati­on bedroht und der amt­lich ver­kün­det ist, kön­nen die Ver­trags­staa­ten Maß­nah­men ergrei­fen, die ihre Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Pakt in dem Umfang, den die Lage unbe­dingt erfor­dert, außer Kraft set­zen, vor­aus­ge­setzt, dass die­se Maß­nah­men ihren sons­ti­gen völ­ker­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen nicht zuwi­der­lau­fen und kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung allein wegen der Ras­se, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Spra­che, der Reli­gi­on oder der sozia­len Her­kunft ent­hal­ten.

(2) Auf Grund der vor­ste­hen­den Bestim­mung dür­fen die Arti­kel 6, 7, 8 (Absät­ze 1 und 2), 11, 15, 16 und 18 nicht außer Kraft gesetzt wer­den.

(3) Jeder Ver­trags­staat, der das Recht, Ver­pflich­tun­gen außer Kraft zu set­zen, aus­übt, hat den übri­gen Ver­trags­staa­ten durch Ver­mitt­lung des Gene­ral­se­kre­tärs der Ver­ein­ten Natio­nen unver­züg­lich mit­zu­tei­len, wel­che Bestim­mun­gen er außer Kraft gesetzt hat und wel­che Grün­de ihn dazu ver­an­lasst haben. Auf dem­sel­ben Wege ist durch eine wei­te­re Mit­tei­lung der Zeit­punkt anzu­ge­ben, in dem eine sol­che Maß­nah­me endet.

Arti­kel 5

(1) Kei­ne Bestim­mung die­ses Pak­tes darf dahin aus­ge­legt wer­den, dass sie für einen Staat, eine Grup­pe oder eine Per­son das Recht begrün­det, eine Tätig­keit aus­zu­üben oder eine Hand­lung zu bege­hen, die auf die Abschaf­fung der in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­te und Frei­hei­ten oder auf wei­ter­ge­hen­de Beschrän­kun­gen die­ser Rech­te und Frei­hei­ten, als in dem Pakt vor­ge­se­hen, hin­zielt.

(2) Die in einem Ver­trags­staat durch Geset­ze, Über­ein­kom­men, Ver­ord­nun­gen oder durch Gewohn­heits­recht aner­kann­ten oder bestehen­den grund­le­gen­den Men­schen­rech­te dür­fen nicht unter dem Vor­wand beschränkt oder außer Kraft gesetzt wer­den, dass die­ser Pakt der­ar­ti­ge Rech­te nicht oder nur in einem gerin­gen Aus­ma­ße aner­ken­ne.

Teil III

Arti­kel 6

(1) Jeder Mensch hat ein ange­bo­re­nes Recht auf Leben. Die­ses Recht ist gesetz­lich zu schüt­zen.
Nie­mand darf will­kür­lich sei­nes Lebens beraubt wer­den.

(2) In Staa­ten, in denen die Todes­stra­fe nicht abge­schafft wor­den ist, darf ein Todes­ur­teil nur für schwers­te Ver­bre­chen auf Grund von Geset­zen ver­hängt wer­den, die zur Zeit der Bege­hung der Tat in Kraft waren und die den Bestim­mun­gen die­ses Pak­tes und der Kon­ven­ti­on über die Ver­hü­tung und Bestra­fung des Völ­ker­mor­des nicht wider­spre­chen. Die­se Stra­fe darf nur auf Grund eines von einem zustän­di­gen Gericht erlas­se­nen rechts­kräf­ti­gen Urteils voll­streckt wer­den.

(3) Erfüllt die Tötung den Tat­be­stand des Völ­ker­mor­des, so ermäch­tigt die­ser Arti­kel die Ver­trags­staa­ten nicht, sich in irgend­ei­ner Wei­se einer Ver­pflich­tung zu ent­zie­hen, die sie nach den Bestim­mun­gen der Kon­ven­ti­on über die Ver­hü­tung und Bestra­fung des Völ­ker­mor­des über­nom­men haben.

(4) Jeder zum Tode Ver­ur­teil­te hat das Recht, um Begna­di­gung oder Umwand­lung der Stra­fe zu bit­ten. Amnes­tie, Begna­di­gung oder Umwand­lung der Todes­stra­fe kann in allen Fäl­len gewährt wer­den.

(5) Die Todes­stra­fe darf für straf­ba­re Hand­lun­gen, die von Jugend­li­chen unter 18 Jah­ren began­gen wor­den sind, nicht ver­hängt und an schwan­ge­ren Frau­en nicht voll­streckt wer­den.

(6) Kei­ne Bestim­mung die­ses Arti­kels darf her­an­ge­zo­gen wer­den, um die Abschaf­fung der Todes­stra­fe durch einen Ver­trags­staat zu ver­zö­gern oder zu ver­hin­dern.

Arti­kel 7

Nie­mand darf der Fol­ter oder grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe unter­wor­fen wer­den. Ins­be­son­de­re darf nie­mand ohne sei­ne frei­wil­li­ge Zustim­mung medi­zi­ni­schen oder wis­sen­schaft­li­chen Ver­su­chen unter­wor­fen wer­den.

Arti­kel 8

(1)Niemand darf in Skla­ve­rei gehal­ten wer­den; Skla­ve­rei und Skla­ven­han­del in allen ihren For­men sind ver­bo­ten.

(2)Niemand darf in Leib­ei­gen­schaft gehal­ten wer­den.

(3)

  1. Nie­mand darf gezwun­gen wer­den, Zwangs- oder Pflicht­ar­beit zu ver­rich­ten;
  2. Buch­sta­be a ist nicht so aus­zu­le­gen, dass er in Staa­ten, in denen bestimm­te Straf­ta­ten mit einem mit Zwangs­ar­beit ver­bun­de­nen Frei­heits­ent­zug geahn­det wer­den kön­nen, die Leis­tung von Zwangs­ar­beit auf Grund einer Ver­ur­tei­lung durch ein zustän­di­ges Gericht aus­schließt;
  3. als »Zwangs- oder Pflicht­ar­beit« im Sin­ne die­ses Absat­zes gilt nicht
    1. jede nicht unter Buch­sta­be b genann­te Arbeit oder Dienst­leis­tung, die nor­ma­ler­wei­se von einer Per­son ver­langt wird, der auf Grund einer recht­mä­ßi­gen Gerichts­ent­schei­dung die Frei­heit ent­zo­gen oder die aus einem sol­chen Frei­heits­ent­zug bedingt ent­las­sen wor­den ist;
    2. jede Dienst­leis­tung mili­tä­ri­scher Art sowie in Staa­ten, in denen die Wehr­dienst­ver­wei­ge­rung aus Gewis­sens­grün­den aner­kannt wird, jede für Wehr­dienst­ver­wei­ge­rer gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne natio­na­le Dienst­leis­tung;
    3. jede Dienst­leis­tung im Fal­le von Not­stän­den oder Kata­stro­phen, die das Leben oder das Wohl der Gemein­schaft bedro­hen;
    4. jede Arbeit oder Dienst­leis­tung, die zu den nor­ma­len Bür­ger­pflich­ten gehört.

Arti­kel 9

(1) Jeder­mann hat ein Recht auf per­sön­li­che Frei­heit und Sicher­heit. Nie­mand darf will­kür­lich fest­ge­nom­men oder in Haft gehal­ten wer­den. Nie­mand darf sei­ner Frei­heit ent­zo­gen wer­den, es sei denn aus gesetz­lich bestimm­ten Grün­den und unter Beach­tung des im Gesetz vor­ge­schrie­be­nen Ver­fah­rens.

(2) Jeder Fest­ge­nom­me­ne ist bei sei­ner Fest­nah­me über die Grün­de der Fest­nah­me zu unter­rich­ten, und die gegen ihn erho­be­nen Beschul­di­gun­gen sind ihm unver­züg­lich mit­zu­tei­len.

(3) Jeder, der unter dem Vor­wurf einer straf­ba­ren Hand­lung fest genom­men wor­den ist oder in Haft gehal­ten wird, muss unver­züg­lich einem Rich­ter oder einer ande­ren gesetz­lich zur Aus­übung rich­ter­li­cher Funk­tio­nen ermäch­tig­ten Amts­per­son vor­ge­führt wer­den und hat Anspruch auf ein Gerichts­ver­fah­ren inner­halb ange­mes­se­ner Frist oder auf Ent­las­sung aus der Haft. Es darf nicht die all­ge­mei­ne Regel sein, dass Per­so­nen, die eine gericht­li­che Abur­tei­lung erwar­ten, in Haft gehal­ten wer­den, doch kann die Frei­las­sung davon abhän­gig gemacht wer­den, dass für das Erschei­nen zur Haupt­ver­hand­lung oder zu jeder ande­ren Ver­fah­rens­hand­lung und gege­be­nen­falls zur Voll­stre­ckung des Urteils Sicher­heit geleis­tet wird.

(4) Jeder, dem sei­ne Frei­heit durch Fest­nah­me oder Haft ent­zo­gen ist, hat das Recht, ein Ver­fah­ren vor einem Gericht zu bean­tra­gen, damit die­ses unver­züg­lich über die Recht­mä­ßig­keit der Frei­heits­ent­zie­hung ent­schei­den und sei­ne Ent­las­sung anord­nen kann, falls die Frei­heits­ent­zie­hung nicht recht­mä­ßig ist.

(5) Jeder, der unrecht­mä­ßig fest­ge­nom­men oder in Haft gehal­ten wor­den ist, hat einen Anspruch auf Ent­schä­di­gung.

Arti­kel 10

(1)Jeder, dem sei­ne Frei­heit ent­zo­gen ist, muss mensch­lich und mit Ach­tung vor der dem Men­schen inne­woh­nen­den Wür­de behan­delt wer­den.

(2)

  1. Beschul­dig­te sind, abge­se­hen von außer­ge­wöhn­li­chen Um stän­den, von Ver­ur­teil­ten getrennt unter­zu­brin­gen und so zu behan­deln, wie es ihrer Stel­lung als Nicht­ver­ur­teil­te ent­spricht;
  2. jugend­li­che Beschul­dig­te sind von Erwach­se­nen zu tren­nen, und es hat so schnell wie mög­lich ein Urteil zu erge­hen.

(3)Der Straf­voll­zug schließt eine Behand­lung der Gefan­ge­nen ein, die vor­nehm­lich auf ihre Bes­se­rung und gesell­schaft­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung hin­zielt. Jugend­li­che Straf­fäl­li­ge sind von Erwach­se­nen zu tren­nen und ihrem Alter und ihrer Rechts­stel­lung ent­spre­chend zu behan­deln.

Arti­kel 11

Nie­mand darf nur des­we­gen in Haft genom­men wer­den, weil er nicht in der Lage ist, eine ver­trag­li­che Ver­pflich­tung zu erfül­len.

Arti­kel 12

(1) Jeder­mann, der sich recht­mä­ßig im Hoheits­ge­biet eines Staa­tes auf­hält, hat das Recht, sich dort frei zu bewe­gen und sei­nen Wohn­sitz frei zu wäh­len.

(2) Jeder­mann steht es frei, jedes Land ein­schließ­lich sei­nes eige­nen zu ver­las­sen.

(3) Die oben erwähn­ten Rech­te dür­fen nur ein­ge­schränkt wer­den, wenn dies gesetz­lich vor­ge­se­hen und zum Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der Volks­ge­sund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig ist und die Ein­schrän­kun­gen mit den übri­gen in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­ten ver­ein­bar sind.

(4) Nie­mand darf will­kür­lich das Recht ent­zo­gen wer­den, in sein eige­nes Land ein­zu­rei­sen.

Arti­kel 13

Ein Aus­län­der, der sich recht­mä­ßig im Hoheits­ge­biet eines Ver­trags­staa­tes auf­hält, kann aus die­sem nur auf­grund einer recht­mä­ßig ergan­ge­nen Ent­schei­dung aus­ge­wie­sen wer­den, und es ist ihm, sofern nicht zwin­gen­de Grün­de der natio­na­len Sicher­heit ent­ge­gen­ste­hen, Gele­gen­heit zu geben, die gegen sei­ne Aus­wei­sung spre­chen­den Grün­de vor­zu­brin­gen und die­se Ent­schei­dung durch die zustän­di­ge Behör­de oder durch eine oder meh­re­re von die­ser Behör­de beson­ders bestimm­te Per­so­nen nach­prü­fen und sich dabei ver­tre­ten zu las­sen.

Arti­kel 14

(1) Alle Men­schen sind vor Gericht gleich. Jeder­mann hat Anspruch dar­auf, dass über eine gegen ihn erho­be­ne straf­recht­li­che Ankla­ge oder sei­ne zivil­recht­li­chen Ansprü­che und Ver­pflich­tun­gen durch ein zustän­di­ges, unab­hän­gi­ges, unpar­tei­isches und auf Gesetz beru­hen­des Gericht in bil­li­ger Wei­se und öffent­lich ver­han­delt wird. Aus Grün­den der Sitt­lich­keit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public) oder der natio­na­len Sicher­heit in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft oder wenn es im Inter­es­se des Pri­vat­le­bens der Par­tei­en erfor­der­lich ist oder – soweit dies nach Auf­fas­sung des Gerichts unbe­dingt erfor­der­lich ist – unter beson­de­ren Umstän­den, in denen die Öffent­lich­keit des Ver­fah­rens die Inter­es­sen der Gerech­tig­keit beein­träch­ti­gen wür­de, kön­nen Pres­se und Öffent­lich­keit wäh­rend der gan­zen oder eines Teils der Ver­hand­lung aus­ge­schlos­sen wer­den; jedes Urteil in einer Straf- oder Zivil­sa­che ist jedoch öffent­lich zu ver­kün­den, sofern nicht die Inter­es­sen Jugend­li­cher dem ent­ge­gen­ste­hen oder das Ver­fah­ren Ehe­strei­tig­kei­ten oder die Vor­mund­schaft über Kin­der betrifft.

(2) Jeder wegen einer straf­ba­ren Hand­lung Ange­klag­te hat Anspruch dar­auf, bis zu dem im gesetz­li­chen Ver­fah­ren erbrach­ten Nach­weis sei­ner Schuld als unschul­dig zu gel­ten.

(3) Jeder wegen einer straf­ba­ren Hand­lung Ange­klag­te hat in glei­cher Wei­se im Ver­fah­ren Anspruch auf fol­gen­de Min­dest­ga­ran­tien:

  1. Er ist unver­züg­lich und im ein­zel­nen in einer ihm ver­ständ­li­chen Spra­che über Art und Grund der gegen ihn erho­be­nen Ankla­ge zu unter­rich­ten;
  2. er muss hin­rei­chend Zeit und Gele­gen­heit zur Vor­be­rei­tung sei­ner Ver­tei­di­gung und zum Ver­kehr mit einem Ver­tei­di­ger sei­ner Wahl haben;
  3. es muss ohne unan­ge­mes­se­ne Ver­zö­ge­rung ein Urteil gegen ihn erge­hen;
  4. er hat das Recht, bei der Ver­hand­lung anwe­send zu sein und sich selbst zu ver­tei­di­gen oder durch einen Ver­tei­di­ger sei­ner Wahl ver­tei­di­gen zu las­sen; falls er kei­nen Ver­tei­di­ger hat, ist er über das Recht, einen Ver­tei­di­ger in Anspruch zu neh­men, zu unter­rich­ten; feh­len ihm die Mit­tel zur Bezah­lung eines Ver­tei­di­gers, so ist ihm ein Ver­tei­di­ger unent­gelt­lich zu bestel­len, wenn dies im Inter­es­se der Rechts­pfle­ge erfor­der­lich ist;
  5. er darf Fra­gen an die Belas­tungs­zeu­gen stel­len oder stel­len las­sen und das Erschei­nen und die Ver­neh­mung der Ent­las­tungs­zeu­gen unter den für die Belas­tungs­zeu­gen gel­ten­den Bedin­gun­gen er wir­ken;
  6. er kann die unent­gelt­li­che Bei­zie­hung eines Dol­met­schers ver­lan­gen, wenn er die Ver­hand­lungs­spra­che des Gerichts nicht ver­steht oder spricht;
  7. er darf nicht gezwun­gen wer­den, gegen sich selbst als Zeu­ge aus­zu­sa­gen oder sich schul­dig zu beken­nen.

(4) Gegen Jugend­li­che ist das Ver­fah­ren in einer Wei­se zu füh­ren, die ihrem Alter ent­spricht und ihre Wie­der­ein­glie­de­rung in die Gesell­schaft för­dert.

(5) Jeder, der wegen einer straf­ba­ren Hand­lung ver­ur­teilt wor­den ist, hat das Recht, das Urteil ent­spre­chend dem Gesetz durch ein höhe­res Gericht nach­prü­fen zu las­sen.

(6) Ist jemand wegen einer straf­ba­ren Hand­lung rechts­kräf­tig ver­ur­teilt und ist das Urteil spä­ter auf­ge­ho­ben oder der Ver­ur­teil­te begna­digt wor­den, weil eine neue oder eine neu bekannt gewor­de­ne Tat­sa­che schlüs­sig beweist, dass ein Fehl­ur­teil vor­lag, so ist der­je­ni­ge, der auf­grund eines sol­chen Urteils eine Stra­fe ver­büßt hat, ent­spre­chend dem Gesetz zu ent­schä­di­gen, sofern nicht nach­ge­wie­sen wird, dass das nicht recht­zei­ti­ge Bekannt­wer­den der betref­fen­den Tat­sa­che ganz oder teil­wei­se ihm zuzu­schrei­ben ist.

(7) Nie­mand darf wegen einer straf­ba­ren Hand­lung, wegen der er bereits nach dem Gesetz und dem Straf­ver­fah­rens­recht des jewei­li­gen Lan­des rechts­kräf­tig ver­ur­teilt oder frei­ge­spro­chen wor­den ist, erneut ver­folgt oder bestraft wer­den.

Arti­kel 15

(1) Nie­mand darf wegen einer Hand­lung oder Unter­las­sung ver­ur­teilt wer­den, die zur Zeit ihrer Bege­hung nach inlän­di­schem oder nach inter­na­tio­na­lem Recht nicht straf­bar war. Eben­so darf kei­ne schwe­re­re Stra­fe als die im Zeit­punkt der Bege­hung der straf­ba­ren Hand­lung ange­droh­te Stra­fe ver­hängt wer­den. Wird nach Bege­hung einer straf­ba­ren Hand­lung durch Gesetz eine mil­de­re Stra­fe ein­ge­führt, so ist das mil­de­re Gesetz anzu­wen­den.

(2) Die­ser Arti­kel schließt die Ver­ur­tei­lung oder Bestra­fung einer Per­son wegen einer Hand­lung oder Unter­las­sung nicht aus, die im Zeit­punkt ihrer Bege­hung nach den von der Völ­ker­ge­mein­schaft aner­kann­ten all­ge­mei­nen Rechts­grund­sät­zen straf­bar war.

Arti­kel 16

Jeder­mann hat das Recht, über­all als rechts­fä­hig aner­kannt zu wer­den.

Arti­kel 17

(1) Nie­mand darf will­kür­li­chen oder rechts­wid­ri­gen Ein­grif­fen in sein Pri­vat­le­ben, sei­ne Fami­lie, sei­ne Woh­nung und sei­nen Schrift­ver­kehr oder rechts­wid­ri­gen Beein­träch­ti­gun­gen sei­ner Ehre und sei­nes Rufes aus­ge­setzt wer­den.
(2) Jeder­mann hat Anspruch auf recht­li­chen Schutz gegen sol­che Ein­grif­fe oder Beein­träch­ti­gun­gen.

Arti­kel 18

(1) Jeder­mann hat das Recht auf Gedanken‑, Gewis­sens- und Reli­gi­ons­frei­heit. Die­ses Recht umfasst die Frei­heit, eine Reli­gi­on oder eine Welt­an­schau­ung eige­ner Wahl zu haben oder anzu­neh­men, und die Frei­heit, sei­ne Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung allein oder in Gemein­schaft mit ande­ren, öffent­lich oder pri­vat durch Got­tes­dienst, Beach­tung reli­giö­ser Bräu­che, Aus­übung und Unter­richt zu bekun­den.

(2) Nie­mand darf einem Zwang aus­ge­setzt wer­den, der sei­ne Frei­heit, eine Reli­gi­on oder eine Welt­an­schau­ung sei­ner Wahl zu haben oder anzu­neh­men, beein­träch­ti­gen wür­de.

(3) Die Frei­heit, sei­ne Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung zu bekun­den, darf nur den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die zum Schutz der öffent­li­chen Sicher­heit, Ord­nung, Gesund­heit, Sitt­lich­keit oder der Grund­rech­te und ‑frei­hei­ten ande­rer erfor­der­lich sind.

(4) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die Frei­heit der Eltern und gege­be­nen­falls des Vor­munds oder Pfle­gers zu ach­ten, die reli­giö­se und sitt­li­che Erzie­hung ihrer Kin­der in Über­ein­stim­mung mit ihren eige­nen Über­zeu­gun­gen sicher­zu­stel­len.

Arti­kel 19

(1) Jeder­mann hat das Recht auf unbe­hin­der­te Mei­nungs­frei­heit.

(2) Jeder­mann hat das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung; die­ses Recht schließt die Frei­heit ein, ohne Rück­sicht auf Staats­gren­zen Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunst­wer­ke oder ande­re Mit­tel eige­ner Wahl sich zu beschaf­fen, zu emp­fan­gen und wei­ter­zu­ge­ben.

(3) Die Aus­übung der in Absatz 2 vor­ge­se­he­nen Rech­te ist mit beson­de­ren Pflich­ten und einer beson­de­ren Ver­ant­wor­tung ver­bun­den. Sie kann daher bestimm­ten, gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die erfor­der­lich sind
a) für die Ach­tung der Rech­te oder des Rufs ande­rer;
b) für den Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der Volks­ge­sund­heit oder der öffent­li­chen Sitt­lich­keit.

Arti­kel 20

(1) Jede Kriegs­pro­pa­gan­da wird durch Gesetz ver­bo­ten.

(2) Jedes Ein­tre­ten für natio­na­len, ras­si­schen oder reli­giö­sen Hass, durch das zu Dis­kri­mi­nie­rung, Feind­se­lig­keit oder Gewalt auf­ge­sta­chelt wird, wird durch Gesetz ver­bo­ten.

Arti­kel 21

Das Recht, sich fried­lich zu ver­sam­meln, wird aner­kannt. Die Aus­übung die­ses Rechts darf kei­nen ande­ren als den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft im Inter­es­se der natio­na­len oder der öffent­li­chen Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), zum Schutz der Volks­ge­sund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder zum Schutz der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig sind.

Arti­kel 22

(1) Jeder­mann hat das Recht, sich frei mit ande­ren zusam­men­zu­schlie­ßen sowie zum Schutz sei­ner Inter­es­sen Gewerk­schaf­ten zu bil­den und ihnen bei­zu­tre­ten.

(2) Die Aus­übung die­ses Rechts darf kei­nen ande­ren als den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft im Inter­es­se der natio­na­len oder der öffent­li­chen Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), zum Schutz der Volks­ge­sund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder zum Schut­ze der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig sind. Die­ser Arti­kel steht gesetz­li­chen Ein­schrän­kun­gen der Aus­übung die­ses Rechts für Ange­hö­ri­ge der Streit­kräf­te oder der Poli­zei nicht ent­ge­gen.

(3) Kei­ne Bestim­mung die­ses Arti­kels ermäch­tigt die Ver­trags­staa­ten des Über­ein­kom­mens der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on von 1948 über die Ver­ei­ni­gungs­frei­heit und den Schutz des Ver­ei­ni­gungs­rechts, gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­men zu tref­fen oder Geset­ze so anzu­wen­den, dass die Garan­tien des oben genann­ten Über­ein­kom­mens beein­träch­tigt wer­den.

Arti­kel 23

(1) Die Fami­lie ist die natür­li­che Kern­zel­le der Gesell­schaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesell­schaft und Staat.

(2) Das Recht von Mann und Frau, im hei­rats­fä­hi­gen Alter eine Ehe ein­zu­ge­hen und eine Fami­lie zu grün­den, wird aner­kannt.

(3) Eine Ehe darf nur im frei­en und vol­len Ein­ver­ständ­nis der künf­ti­gen Ehe­gat­ten geschlos­sen wer­den.

(4) Die Ver­trags­staa­ten wer­den durch geeig­ne­te Maß­nah­men sicher­stel­len, dass die Ehe­gat­ten glei­che Rech­te und Pflich­ten bei der Ehe­schlie­ßung, wäh­rend der Ehe und bei Auf­lö­sung der Ehe haben. Für den nöti­gen Schutz der Kin­der im Fal­le einer Auf­lö­sung der Ehe ist Sor­ge zu tra­gen.

Arti­kel 24

(1) Jedes Kind hat ohne Dis­kri­mi­nie­rung hin­sicht­lich der Ras­se, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Spra­che, der Reli­gi­on, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, des Ver­mö­gens oder der Geburt das Recht auf die­je­ni­gen Schutz­maß­nah­men durch sei­ne Fami­lie, die Gesell­schaft und den Staat, die sei­ne Rechts­stel­lung als Min­der­jäh­ri­ger erfor­dert.

(2) Jedes Kind muss unver­züg­lich nach sei­ner Geburt in ein Regis­ter ein­ge­tra­gen wer­den und einen Namen erhal­ten.

(3) Jedes Kind hat das Recht, eine Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erwer­ben.

Arti­kel 25

Jeder Staats­bür­ger hat das Recht und die Mög­lich­keit, ohne Unter­schied nach den in Arti­kel 2 genann­ten Merk­ma­len und ohne unan­ge­mes­se­ne Ein­schrän­kun­gen

  1. an der Gestal­tung der öffent­li­chen Ange­le­gen­hei­ten unmit­tel­bar oder durch frei gewähl­te Ver­tre­ter teil­zu­neh­men;
  2. bei ech­ten, wie­der­keh­ren­den, all­ge­mei­nen, glei­chen und gehei­men Wah­len, bei denen die freie Äuße­rung des Wäh­ler­wil­lens gewähr­leis­tet ist, zu wäh­len und gewählt zu wer­den;
  3. unter all­ge­mei­nen Gesichts­punk­ten der Gleich­heit zu öffent­li­chen Ämtern sei­nes Lan­des Zugang zu haben.

Arti­kel 26

Alle Men­schen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Dis­kri­mi­nie­rung Anspruch auf glei­chen Schutz durch das Gesetz. In die­ser Hin­sicht hat das Gesetz jede Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­bie­ten und allen Men­schen gegen jede Dis­kri­mi­nie­rung, wie ins­be­son­de­re wegen der Ras­se, der Haut­far­be, des Geschlechts, der Spra­che, der Reli­gi­on, der poli­ti­schen oder sons­ti­gen Anschau­ung, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, des Ver­mö­gens, der Geburt oder des sons­ti­gen Sta­tus, glei­chen und wirk­sa­men Schutz zu gewähr­leis­ten.

Arti­kel 27

In Staa­ten mit eth­ni­schen, reli­giö­sen oder sprach­li­chen Min­der­hei­ten darf Ange­hö­ri­gen sol­cher Min­der­hei­ten nicht das Recht vor­ent­hal­ten wer­den, gemein­sam mit ande­ren Ange­hö­ri­gen ihrer Grup­pe ihr eige­nes kul­tu­rel­les Leben zu pfle­gen, ihre eige­ne Reli­gi­on zu beken­nen und aus­zu­üben oder sich ihrer eige­nen Spra­che zu bedie­nen.

Teil IV

Arti­kel 28

(1) Es wird ein Aus­schuss für Men­schen­rech­te (im fol­gen­den als »Aus­schuss« bezeich­net) errich­tet. Er besteht aus acht­zehn Mit­glie­dern und nimmt die nach­ste­hend fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben wahr.

(2) Der Aus­schuss setzt sich aus Staats­an­ge­hö­ri­gen der Ver­trags­staa­ten zusam­men, die Per­sön­lich­kei­ten von hohem sitt­li­chen Anse­hen und aner­kann­ter Sach­kennt­nis auf dem Gebiet der Men­schen­rech­te sind, wobei die Zweck­mä­ßig­keit der Betei­li­gung von Per­so­nen mit juris­ti­scher Erfah­rung zu berück­sich­ti­gen ist.

(3) Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses wer­den in ihrer per­sön­li­chen Eigen­schaft gewählt und sind in die­ser Eigen­schaft tätig.

Arti­kel 29

(1) Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses wer­den in gehei­mer Wahl aus einer Lis­te von Per­so­nen gewählt, die die in Arti­kel 28 vor­ge­schrie­be­nen Anfor­de­run­gen erfül­len und von den Ver­trags­staa­ten dafür vor­ge­schla­gen wor­den sind.

(2) Jeder Ver­trags­staat darf höchs­tens zwei Per­so­nen vor­schla­gen. Die­se müs­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge des sie vor­schla­gen­den Staa­tes sein.

(3) Eine Per­son kann wie­der vor­ge­schla­gen wer­den.

Arti­kel 30

(1) Die ers­te Wahl fin­det spä­tes­tens sechs Mona­te nach Inkraft­tre­ten die­ses Pak­tes statt.

(2) Spä­tes­tens vier Mona­te vor jeder Wahl zum Aus­schuss – außer bei einer Wahl zur Beset­zung eines gemäß Arti­kel 34 für frei gewor­den erklär­ten Sit­zes – for­dert der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen die Ver­trags­staa­ten schrift­lich auf, ihre Kan­di­da­ten für den Aus­schuss inner­halb von drei Mona­ten vor­zu­schla­gen.

(3) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen fer­tigt eine alpha­be­ti­sche Lis­te aller auf die­se Wei­se vor­ge­schla­ge­nen Per­so­nen unter Anga­be der Ver­trags­staa­ten, die sie vor­ge­schla­gen haben, an und über­mit­telt sie den Ver­trags­staa­ten spä­tes­tens einen Monat vor jeder Wahl.

(4) Die Wahl der Aus­schuss­mit­glie­der fin­det in einer vom Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen am Sitz die­ser Orga­ni­sa­ti­on ein­be­ru­fe­nen Ver­samm­lung der Ver­trags­staa­ten statt. In die­ser Ver­samm­lung, die beschluss­fä­hig ist, wenn zwei Drit­tel der Ver­trags­staa­ten ver­tre­ten sind, gel­ten die­je­ni­gen Kan­di­da­ten als in den Aus­schuss gewählt, die die höchs­te Stim­men­zahl und die abso­lu­te Stim­men­mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­tre­ter der Ver­trags­staa­ten auf sich ver­ei­ni­gen.

Arti­kel 31

(1) Dem Aus­schuss darf nicht mehr als ein Ange­hö­ri­ger des­sel­ben Staa­tes ange­hö­ren.

(2) Bei den Wah­len zum Aus­schuss ist auf eine gerech­te geo­gra­phi­sche Ver­tei­lung der Sit­ze und auf die Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Zivi­li­sa­ti­ons­for­men sowie der haupt­säch­li­chen Rechts­sys­te­me zu ach­ten.

Arti­kel 32

(1) Die Aus­schuss­mit­glie­der wer­den für vier Jah­re gewählt. Auf erneu­ten Vor­schlag kön­nen sie wie­der­ge­wählt wer­den. Die Amts­zeit von neun der bei der ers­ten Wahl gewähl­ten Mit­glie­der läuft jedoch nach zwei Jah­ren ab; unmit­tel­bar nach der ers­ten Wahl wer­den die Namen die­ser neun Mit­glie­der vom Vor­sit­zen­den der in Arti­kel 30 Absatz 4 genann­ten Ver­samm­lung durch das Los bestimmt.

(2) Für Wah­len nach Ablauf einer Amts­zeit gel­ten die vor­ste­hen­den Arti­kel die­ses Teils des Pak­tes.

Arti­kel 33

(1) Nimmt ein Aus­schuss­mit­glied nach ein­stim­mi­ger Fest­stel­lung der ande­ren Mit­glie­der sei­ne Auf­ga­ben aus einem ande­ren Grund als wegen vor­über­ge­hen­der Abwe­sen­heit nicht mehr wahr, so teilt der Vor­sit­zen­de des Aus­schus­ses dies dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen mit, der dar­auf­hin den Sitz des betref­fen­den Mit­glieds für frei gewor­den erklärt.

(2) Der Vor­sit­zen­de teilt den Tod oder Rück­tritt eines Aus­schuss­mit­glieds unver­züg­lich dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen mit, der den Sitz vom Tag des Todes oder vom Wirk­sam­wer­den des Rück­tritts an für frei gewor­den erklärt.

Arti­kel 34

(1) Wird ein Sitz nach Arti­kel 33 für frei gewor­den erklärt und läuft die Amts­zeit des zu erset­zen­den Mit­glieds nicht inner­halb von sechs Mona­ten nach die­ser Erklä­rung ab, so teilt der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen dies allen Ver­trags­staa­ten mit, die inner­halb von zwei Mona­ten nach Maß­ga­be des Arti­kels 29 Kan­di­da­ten zur Beset­zung des frei gewor­de­nen Sit­zes vor­schla­gen kön­nen.

(2) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen fer­tigt eine alpha­be­ti­sche Lis­te der auf die­se Wei­se vor­ge­schla­ge­nen Per­so­nen an und über­mit­telt sie den Ver­trags­staa­ten. Sodann fin­det die Wahl zur Beset­zung des frei gewor­de­nen Sit­zes ent­spre­chend den ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen die­ses Teils des Pak­tes statt.

(3) Die Amts­zeit eines Aus­schuss­mit­glieds, das auf einen nach Arti­kel 33 für frei gewor­den erklär­ten Sitz gewählt wor­den ist, dau­ert bis zum Ende der Amts­zeit des Mit­glieds, des­sen Sitz im Aus­schuss nach Maß­ga­be des genann­ten Arti­kels frei gewor­den ist.

Arti­kel 35

Die Aus­schuss­mit­glie­der erhal­ten mit Zustim­mung der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen aus Mit­teln der Ver­ein­ten Natio­nen Bezü­ge, wobei die Ein­zel­hei­ten von der Gene­ral­ver­samm­lung unter Berück­sich­ti­gung der Bedeu­tung der Auf­ga­ben des Aus­schus­ses fest­ge­setzt wer­den.

Arti­kel 36

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen stellt dem Aus­schuss das Per­so­nal und die Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung, die die­ser zur wirk­sa­men Durch­füh­rung der ihm nach die­sem Pakt oblie­gen­den Auf­ga­ben benö­tigt.

Arti­kel 37

(1) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen beruft die ers­te Sit­zung des Aus­schus­ses am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen ein.

(2) Nach sei­ner ers­ten Sit­zung tritt der Aus­schuss zu den in sei­ner Geschäfts­ord­nung vor­ge­se­he­nen Zei­ten zusam­men.

(3) Die Sit­zun­gen des Aus­schus­ses fin­den in der Regel am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen oder beim Büro der Ver­ein­ten Natio­nen in Genf statt.

Arti­kel 38

Jedes Aus­schuss­mit­glied hat vor Auf­nah­me sei­ner Amts­tä­tig­keit in öffent­li­cher Sit­zung des Aus­schus­ses fei­er­lich zu erklä­ren, dass es sein Amt unpar­tei­isch und gewis­sen­haft aus­üben wer­de.

Arti­kel 39

(1) Der Aus­schuss wählt sei­nen Vor­stand für zwei Jah­re. Eine Wie­der­wahl der Mit­glie­der des Vor­stands ist zuläs­sig.

(2) Der Aus­schuss gibt sich eine Geschäfts­ord­nung, die u.a. fol­gen­de Bestim­mun­gen ent­hal­ten muss:
a) Der Aus­schuss ist bei Anwe­sen­heit von zwölf Mit­glie­dern beschluss­fä­hig;
b) der Aus­schuss fasst sei­ne Beschlüs­se mit der Mehr­heit der anwe­sen­den Mit­glie­der.

Arti­kel 40

(1) Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, über die Maß­nah­men, die sie zur Ver­wirk­li­chung der in die­sem Pakt aner­kann­ten Rech­te getrof­fen haben, und über die dabei erziel­ten Fort­schrit­te Berich­te vor­zu­le­gen, und zwar

  1. inner­halb eines Jah­res nach Inkraft­tre­ten die­ses Pak­tes für den betref­fen­den Ver­trags­staat,
  2. danach jeweils auf Anfor­de­rung des Aus­schus­ses.

(2) Alle Berich­te sind dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen zu über­mit­teln, der sie dem Aus­schuss zur Prü­fung zulei­tet. In den Berich­ten ist auf etwa bestehen­de Umstän­de und Schwie­rig­kei­ten hin­zu­wei­sen, die die Durch­füh­rung die­ses Pak­tes behin­dern.

(3) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen kann nach Bera­tung mit dem Aus­schuss den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen Abschrif­ten der in ihren Zustän­dig­keits­be­reich fal­len­den Tei­le der Berich­te zulei­ten.

(4) Der Aus­schuss prüft die von den Ver­trags­staa­ten ein­ge­reich­ten Berich­te. Er über­sen­det den Ver­trags­staa­ten sei­ne eige­nen Berich­te sowie ihm geeig­net erschei­nen­de all­ge­mei­ne Bemer­kun­gen. Der Aus­schuss kann die­se Bemer­kun­gen zusam­men mit Abschrif­ten der von den Ver­trags­staa­ten emp­fan­ge­nen Berich­te auch dem Wirt­schafts- und Sozi­al­rat zulei­ten.

(5) Die Ver­trags­staa­ten kön­nen dem Aus­schuss Stel­lung­nah­men zu den nach Absatz 4 abge­ge­be­nen Bemer­kun­gen über­mit­teln.

Arti­kel 41

(1) Ein Ver­trags­staat kann auf­grund die­ses Arti­kels jeder­zeit erklä­ren, dass er die Zustän­dig­keit des Aus­schus­ses zur Ent­ge­gen­nah­me und Prü­fung von Mit­tei­lun­gen aner­kennt, in denen ein Ver­trags­staat gel­tend macht, ein ande­rer Ver­trags­staat kom­me sei­nen Ver­pflich­tun­gen aus die­sem Pakt nicht nach. Mit­tei­lun­gen auf­grund die­ses Arti­kels kön­nen nur ent­ge­gen­ge­nom­men und geprüft wer­den, wenn sie von einem Ver­trags­staat ein­ge­reicht wer­den, der für sich selbst die Zustän­dig­keit des Aus­schus­ses durch eine Erklä­rung aner­kannt hat. Der Aus­schuss darf kei­ne Mit­tei­lung ent­ge­gen­neh­men, die einen Ver­trags­staat betrifft, der kei­ne der­ar­ti­ge Erklä­rung abge­ge­ben hat. Auf Mit­tei­lun­gen, die auf­grund die­ses Arti­kels ein­ge­hen, ist fol­gen­des Ver­fah­ren anzu­wen­den:

  1. Ist ein Ver­trags­staat der Auf­fas­sung, dass ein ande­rer Ver­trags­staat die Bestim­mun­gen die­ses Pak­tes nicht durch­führt, so kann er den ande­ren Staat durch schrift­li­che Mit­tei­lung dar­auf hin­wei­sen. Inner halb von drei Mona­ten nach Zugang der Mit­tei­lung hat der Emp­fangs­staat dem Staat, der die Mit­tei­lung über­sandt hat, in bezug auf die Sache eine schrift­li­che Erklä­rung oder sons­ti­ge Stel­lung­nah­me zukom­men zu las­sen, die, soweit es mög­lich und ange­bracht ist, einen Hin­weis auf die in der Sache durch­ge­führ­ten, anhän­gi­gen oder zur Ver­fü­gung ste­hen­den inner­staat­li­chen Rechts behel­fe ent­hal­ten soll.
  2. Wird die Sache nicht inner­halb von sechs Mona­ten nach Ein­gang der ein­lei­ten­den Mit­tei­lung bei dem Emp­fangs­staat zur Zufrie­den­heit der bei­den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten gere­gelt, so hat jeder der bei­den Staa­ten das Recht, die Sache dem Aus­schuss zu unter­brei­ten, indem er die­sem und dem ande­ren Staat eine ent­spre­chen­de Mit­tei­lung macht.
  3. Der Aus­schuss befasst sich mit einer ihm unter­brei­te­ten Sache erst dann, wenn er sich Gewiss­heit ver­schafft hat, dass alle in der Sache zur Ver­fü­gung ste­hen­den inner­staat­li­chen Rechts­be­hel­fe in Über­ein­stim­mung mit den all­ge­mein aner­kann­ten Grund­sät­zen des Völ­ker­rechts ein­ge­legt und erschöpft wor­den sind. Dies gilt nicht, wenn das Ver­fah­ren bei der Anwen­dung der Rechts­be­hel­fe unan­ge­mes­sen lan­ge gedau­ert hat.
  4. Der Aus­schuss berät über Mit­tei­lun­gen auf­grund die­ses Arti­kels in nicht­öf­fent­li­cher Sit­zung.
  5. Sofern die Vor­aus­set­zun­gen des Buch­sta­ben © erfüllt sind, stellt der Aus­schuss den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten sei­ne guten Diens­te zur Ver­fü­gung, um eine güt­li­che Rege­lung der Sache auf der Grund­la­ge der Ach­tung der in die­sem Pakt aner­kann­ten Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten her­bei­zu­füh­ren.
  6. Der Aus­schuss kann in jeder ihm unter­brei­te­ten Sache die unter Buch­sta­be (b) genann­ten betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten auf­for­dern, alle erheb­li­chen Anga­ben bei­zu­brin­gen.
  7. Die unter Buch­sta­be (b) genann­ten betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten haben das Recht, sich ver­tre­ten zu las­sen, sowie münd­lich und/​oder schrift­lich Stel­lung zu neh­men, wenn die Sache vom Aus­schuss ver­han­delt wird.
  8. Der Aus­schuss legt inner­halb von 12 Mona­ten nach Ein­gang der unter Buch­sta­be (b) vor­ge­se­he­nen Mit­tei­lung einen Bericht vor:
    1. Wenn eine Rege­lung im Sin­ne von Buch­sta­be (e) zustan­de gekom­men ist, beschränkt der Aus­schuss sei­nen Bericht auf eine kur­ze Dar­stel­lung des Sach­ver­halts und der erziel­ten Rege­lung;
    2. wenn eine Rege­lung im Sin­ne von Buch­sta­be (e) nicht zustan­de gekom­men ist, beschränkt der Aus­schuss sei­nen Bericht auf eine kur­ze Dar­stel­lung des Sach­ver­halts; die schrift­li­chen Stel­lung­nah­men und das Pro­to­koll über die münd­li­chen Stel­lung­nah­men der betei­lig­ten Ver­trags­par­tei­en sind dem Bericht bei­zu­fü­gen.

    In jedem Fal­le wird der Bericht den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten über­mit­telt.

(2) Die Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels tre­ten in Kraft, wenn zehn Ver­trags­staa­ten Erklä­run­gen nach Absatz 1 abge­ge­ben haben. Die­se Erklä­run­gen wer­den von den Ver­trags­staa­ten beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt, der den ande­ren Ver­trags­staa­ten Abschrif­ten davon über­mit­telt. Eine Erklä­rung kann jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär gerich­te­te Noti­fi­ka­ti­on zurück­ge­nom­men wer­den. Eine sol­che Zurück­nah­me berührt nicht die Prü­fung einer Sache, die Gegen­stand einer auf­grund die­ses Arti­kels bereits vor­ge­nom­me­nen Mit­tei­lung ist, nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on über die Zurück­nah­me der Erklä­rung beim Gene­ral­se­kre­tär wird kei­ne wei­te­re Mit­tei­lung eines Ver­trags­staa­tes ent­ge­gen­ge­nom­men, es sei denn, dass der betrof­fe­ne Ver­trags­staat eine neue Erklä­rung abge­ge­ben hat.

Arti­kel 42

(1)

  1. Wird eine nach Arti­kel 41 dem Aus­schuss unter­brei­te­te Sache nicht zur Zufrie­den­heit der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten gere­gelt, so kann der Aus­schuss mit vor­he­ri­ger Zustim­mung der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten eine ad hoc-Ver­gleichs­kom­mis­si­on (im fol­gen­den als »Kom­mis­si­on« bezeich­net) ein­set­zen. Die Kom­mis­si­on stellt den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten ihre guten Diens­te zur Ver­fü­gung, um auf der Grund­la­ge der Ach­tung die­ses Pak­tes eine güt­li­che Rege­lung der Sache her­bei­zu­füh­ren.
  2. Die Kom­mis­si­on besteht aus fünf mit Ein­ver­ständ­nis der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten ernann­ten Per­so­nen. Kön­nen sich die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten nicht inner­halb von drei Mona­ten über die voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Zusam­men­set­zung der Kom­mis­si­on eini­gen, so wählt der Aus­schuss aus sei­ner Mit­te die Kom­mis­si­ons­mit­glie­der, über die kei­ne Eini­gung erzielt wor­den ist, in gehei­mer Abstim­mung mit einer Mehr­heit von zwei Drit­teln sei­ner Mit­glie­der.

(2) Die Mit­glie­der der Kom­mis­si­on sind in ihrer per­sön­li­chen Eigen­schaft tätig. Sie dür­fen nicht Staats­an­ge­hö­ri­ge der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten, eines Nicht­ver­trags­staa­tes oder eines Ver­trags­staa­tes sein, der eine Erklä­rung gemäß Arti­kel 41 nicht abge­ge­ben hat.

(3) Die Kom­mis­si­on wählt ihren Vor­sit­zen­den und gibt sich eine Geschäfts­ord­nung.

(4) Die Sit­zun­gen der Kom­mis­si­on fin­den in der Regel am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen oder beim Büro der Ver­ein­ten Natio­nen in Genf statt. Sie kön­nen jedoch auch an jedem ande­ren geeig­ne­ten Ort statt­fin­den, den die Kom­mis­si­on im Beneh­men mit dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen und den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten bestimmt.

(5) Das in Arti­kel 36 vor­ge­se­he­ne Sekre­ta­ri­at steht auch den auf­grund die­ses Arti­kels ein­ge­setz­ten Kom­mis­sio­nen zur Ver­fü­gung.

(6) Die dem Aus­schuss zuge­gan­ge­nen und von ihm zusam­men­ge­stell­ten Anga­ben sind der Kom­mis­si­on zugäng­lich zu machen, und die Kom­mis­si­on kann die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten um wei­te­re erheb­li­che Anga­ben ersu­chen.

(7) Die Kom­mis­si­on legt, sobald sie die Sache voll­stän­dig geprüft hat, kei­nes­falls jedoch spä­ter als zwölf Mona­te, nach­dem sie damit befasst wor­den ist, dem Vor­sit­zen­den des Aus­schus­ses einen Bericht zur Über­mitt­lung an die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten vor:

  1. Wenn die Kom­mis­si­on die Prü­fung der Sache nicht inner­halb von zwölf Mona­ten abschlie­ßen kann, beschränkt sie ihren Bericht auf eine kur­ze Dar­stel­lung des Stan­des ihrer Prü­fung;
  2. wenn die Sache auf der Grund­la­ge der Ach­tung der in die­sem Pakt aner­kann­ten Men­schen­rech­te güt­lich gere­gelt wor­den ist, beschränkt die Kom­mis­si­on ihren Bericht auf eine kur­ze Dar­stel­lung des Sach­ver­halts und der erziel­ten Rege­lung;
  3. wenn eine Rege­lung im Sin­ne von Buch­sta­be (b) nicht erzielt wor­den ist, nimmt die Kom­mis­si­on in ihren Bericht ihre Fest­stel­lun­gen zu allen für den Streit zwi­schen den betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten erheb­li­chen Sach­fra­gen sowie ihre Ansich­ten über Mög­lich­kei­ten einer güt­li­chen Rege­lung auf. Der Bericht ent­hält auch die schrift­li­chen Stel­lung­nah­men der betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten und ein Pro­to­koll über ihre münd­li­chen Stel­lung­nah­men;
  4. wenn der Bericht der Kom­mis­si­on gemäß Buch­sta­be © vor­ge­legt wird, tei­len die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten dem Vor­sit­zen­den des Aus­schus­ses inner­halb von drei Mona­ten nach Erhalt des Berichts mit, ob sie mit dem Inhalt des Kom­mis­si­ons­be­richts ein­ver­stan­den sind.

(8) Die Bestim­mun­gen die­ses Arti­kels las­sen die in Arti­kel 41 vor­ge­se­he­nen Auf­ga­ben des Aus­schus­ses unbe­rührt.

(9) Die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten tra­gen glei­cher­ma­ßen alle Aus­ga­ben der Kom­mis­si­ons­mit­glie­der auf der Grund­la­ge von Vor­anschlä­gen, die der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen erstellt.

(10) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen ist befugt, erfor­der­li­chen­falls für die Aus­ga­ben der Kom­mis­si­ons­mit­glie­der auf­zu­kom­men, bevor die betei­lig­ten Ver­trags­staa­ten sie nach Absatz 9 erstat­tet haben.

Arti­kel 43

Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses und der ad hoc-Ver­gleichs­kom­mis­si­on, die nach Arti­kel 42 bestimmt wer­den kön­nen, haben Anspruch auf die Erleich­te­run­gen, Vor­rech­te und Befrei­un­gen, die in den ein­schlä­gi­gen Abschnit­ten des Über­ein­kom­mens über die Vor­rech­te und Befrei­un­gen der Ver­ein­ten Natio­nen für die im Auf­trag der Ver­ein­ten Natio­nen täti­gen Sach­ver­stän­di­gen vor­ge­se­hen sind.

Arti­kel 44

Die Bestim­mun­gen über die Durch­füh­rung die­ses Pak­tes sind unbe­scha­det der Ver­fah­ren anzu­wen­den, die auf dem Gebiet der Men­schen­rech­te durch oder auf­grund der Sat­zun­gen und Über­ein­kom­men der Ver­ein­ten Natio­nen und der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen vor­ge­schrie­ben sind, und hin­dern die Ver­trags­staa­ten nicht, in Über­ein­stim­mung mit den zwi­schen ihnen in Kraft befind­li­chen all­ge­mei­nen oder beson­de­ren inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten ande­re Ver­fah­ren zur Bei­le­gung von Strei­tig­kei­ten anzu­wen­den.

Arti­kel 45

Der Aus­schuss legt der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen auf dem Wege über den Wirt­schafts- und Sozi­al­rat einen Jah­res­be­richt über sei­ne Tätig­keit vor.

Teil V

Arti­kel 46

Kei­ne Bestim­mung die­ses Pak­tes ist so aus­zu­le­gen, dass sie die Bestim­mun­gen der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen und der Sat­zun­gen der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen beschränkt, in denen die jewei­li­gen Auf­ga­ben der ver­schie­de­nen Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen und der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen hin­sicht­lich der in die­sem Pakt behan­del­ten Fra­gen gere­gelt sind.

Arti­kel 47

Kei­ne Bestim­mung die­ses Pak­tes ist so aus­zu­le­gen, dass sie das allen Völ­kern inne­woh­nen­de Recht auf den Genuss und die vol­le und freie Nut­zung ihrer natür­li­chen Reich­tü­mer und Mit­tel beein­träch­tigt.

Teil VI

Arti­kel 48

(1) Die­ser Pakt liegt für alle Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen, für alle Mit­glie­der einer ihrer Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, für alle Ver­trags­staa­ten der Sat­zung des Inter­na­tio­na­len Gerichts­hofs und für jeden ande­ren Staat, den die Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen ein­lädt, Ver­trags­par­tei die­ses Pak­tes zu wer­den, zur Unter­zeich­nung auf.

(2) Die­ser Pakt bedarf der Rati­fi­ka­ti­on. Die Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­den sind beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen zu hin­ter­le­gen.

(3) Die­ser Pakt liegt für jeden in Absatz 1 bezeich­ne­ten Staat zum Bei­tritt auf.

(4) Der Bei­tritt erfolgt durch Hin­ter­le­gung einer Bei­tritts­ur­kun­de beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen.

(5) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen unter­rich­tet alle Staa­ten, die die­sen Pakt unter­zeich­net haben oder ihm bei­getre­ten sind, von der Hin­ter­le­gung jeder Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de.

Arti­kel 49

(1) Die­ser Pakt tritt drei Mona­te nach Hin­ter­le­gung der fünf­und­drei­ßigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen in Kraft.

(2) Für jeden Staat, der nach Hin­ter­le­gung der fünf­und­drei­ßigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de die­sen Pakt rati­fi­ziert oder ihm bei­tritt, tritt er drei Mona­te nach Hin­ter­le­gung sei­ner eige­nen Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de in Kraft.

Arti­kel 50

Die Bestim­mun­gen die­ses Pak­tes gel­ten ohne Ein­schrän­kung oder Aus­nah­me für alle Tei­le eines Bun­des­staa­tes.

Arti­kel 51

(1) Jeder Ver­trags­staat kann eine Ände­rung des Pak­tes vor­schla­gen und ihren Wort­laut beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen ein­rei­chen. Der Gene­ral­se­kre­tär über­mit­telt sodann alle Ände­rungs­vor­schlä­ge den Ver­trags­staa­ten mit der Auf­for­de­rung, ihm mit­zu­tei­len, ob sie eine Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten zur Bera­tung und Abstim­mung über die Vor­schlä­ge befür­wor­ten. Befür­wor­tet wenigs­tens ein Drit­tel der Ver­trags­staa­ten eine sol­che Kon­fe­renz, so beruft der Gene­ral­se­kre­tär die Kon­fe­renz unter der Schirm­herr­schaft der Ver­ein­ten Natio­nen ein. Jede Ände­rung, die von der Mehr­heit der auf der Kon­fe­renz anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­trags­staa­ten ange­nom­men wird, ist der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen zur Bil­li­gung vor­zu­le­gen.

(2) Die Ände­run­gen tre­ten in Kraft, wenn sie von der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen gebil­ligt und von einer Zwei­drit­tel­mehr­heit der Ver­trags­staa­ten nach Maß­ga­be der in ihrer Ver­fas­sung vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren ange­nom­men wor­den sind.

(3) Tre­ten die Ände­run­gen in Kraft, so sind sie für die Ver­trags­staa­ten, die sie ange­nom­men haben, ver­bind­lich, wäh­rend für die ande­ren Ver­trags­staa­ten wei­ter­hin die Bestim­mun­gen die­ses Pak­tes und alle frü­her von ihnen ange­nom­me­nen Ände­run­gen gel­ten.

Arti­kel 52

Unab­hän­gig von den Noti­fi­ka­tio­nen nach Arti­kel 48 Absatz 5 unter­rich­tet der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen alle in Absatz 1 jenes Arti­kels bezeich­ne­ten Staa­ten

  1. von den Unter­zeich­nun­gen, Rati­fi­ka­tio­nen und Bei­trit­ten nach Arti­kel 48;
  2. vom Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens die­ses Pak­tes nach Arti­kel 49 und vom Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens von Ände­run­gen nach Arti­kel 51.

Arti­kel 53

(1) Die­ser Pakt, des­sen chi­ne­si­scher, eng­li­scher, fran­zö­si­scher, rus­si­scher und spa­ni­scher Wort­laut glei­cher­ma­ßen ver­bind­lich ist, wird im Archiv der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.

(2) Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen über­mit­telt allen in Arti­kel 48 bezeich­ne­ten Staa­ten beglau­big­te Abschrif­ten die­ses Pak­tes.

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